Revitalisierung gelungen - die Schwechatau lebt auf

Die Schwechatau bei der Stadtrandsiedlung
© Stadtgemeinde Traiskirchen

Nach der Trockenheit im März haben die Niederschläge im Juni auch das erste Hochwasserereignis des Jahres gebracht. Mit einem Wasserstand von ca. zwei Metern über dem normalen Niveau brauste die Schwechat durch den Bereich der erst vor Kurzem fertiggestellten Renaturierung bei der Stadtrandsiedlung. „Mit Spannung haben wir heuer auf dieses erste Hochwasser gewartet, das zeigen sollte, ob die Planungen aufgehen. Und ja, wir können mit Freude sagen, unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen“, zeigt sich Bgm. Andreas Babler begeistert, „der Fluss hat sich seinen natürlichen Weg gesucht.“

 

 

Schwechat fließt wieder wie sie will

Nachdem die Flussbausteine, die die Schwechat seit den 1960er-Jahren in ihr festes Bett gezwängt hatten, entfernt waren, wurden Buhnen angelegt, die die Fließrichtung in eine erste Mäanderform, also einen schlängelnden Lauf wie in der Wienersdorfer Au, lenken sollten. „Mit großem Erfolg“, ist auch Stadtökologe Gerald Wolfauer überzeugt: „Der Fluss hat bereits beim ersten Hochwasser die Uferwände angerissen, teilweise abgetragen und umgelagert, die baulichen Maßnahmen, die für die Renaturierung gesetzt wurden.“

Der Eisvogel, der "fliegende Edelstein", hat sich wieder in der Schwechatau angesiedelt

Überraschend auch eine weitere erfreuliche Entwicklung: Innerhalb von nur wenigen Tagen wurde das neu angeschnittene Steilufer von einem Eisvogel, einer stark gefährdeten Vogelart, die deshalb auch Maskottchen des Nationalparks Donauauen ist, angenommen, der sofort eine Bruthöhle anlegte.

EU Projekt - INTERREG Alpen-Karpaten-Flusskorridor

Unterstützt wurde das Projekt durch Fördertöpfe der EU und den Nationalpark Donauauen. Projektleiter Christoph Litschauer streut der Zusammenarbeit Rosen: „Die Möllersdorfer Au ist ein gutes Beispiel für ein gelungenes Pilotprojekt. Ich bin überrascht, wie gut die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Grundeigentümern funktioniert hat.“ Das Ziel des Projektes ist es, einen durchgängigen Flusskorridor und damit auch zusammenhängende Lebensräume für Tiere und Pflanzen von den Karpaten bis in urbanes Gebiet zu schaffen.
 

Ein Stück mehr naturnahe Aulandschaft

„Mit gutem Recht können wir deshalb nach dem Hochwasser die als Pilotprojekt angelegte Renaturierung als großen Erfolg bezeichnen. Wir konnten mit relativ einfachen Maßnahmen und überschaubarem Aufwand einen fast 400 m langen Flussabschnitt wieder der Natur zurückgeben“, so Bgm. Andreas Babler und hofft, „dass viele sich unsere Erfahrungen zunutze machen und in naher Zukunft weitere hart regulierte Flüsse wieder in einen zumindest naturnahen Zustand zurückversetzt werden.“