Stadtgemeinde Traiskirchen

Ganzheitliches Lernen bedeutet auch Herzensbildung

Auf einen Plausch mit Dipl. Päd. Dietrich Reinfrank BEd, Direktor der Sportmittelschule Traiskirchen

Auf einen Plausch mit Dipl. Päd. Dietrich Reinfrank BEd, Direktor der Sportmittelschule Traiskirchen
Nach 35 Jahren an der Mittelschule Traiskirchen, davon fünf Jahre als Direktor, verabschiedet sich Dietrich Reinfrank mit Ende August in den Ruhestand © Foto: zVg

Gemeindepost (GP): Herr Direktor Reinfrank, mit 1. September treten Sie Ihren Ruhestand an. Haben Sie sich gedanklich schon auf die Pension eingestellt?
Dietrich Reinfrank (DR): Ehrlich gesagt noch nicht wirklich. Vor Schulschluss gibt es noch zahlreiche organisatorische Aufgaben zu erledigen – von der Lehrfächerverteilung bis zur Stundenplanung für das kommende Schuljahr.

GP: Ihr bisheriger Stellvertreter Martin Writzmann übernimmt vorerst die Leitung der Schule. Wie gestaltet sich die Übergangsphase?
DR: Martin Writzmann ist ab 1. September als mein Nachfolger bestellt. Wir arbeiten bereits intensiv zusammen, damit die Übergabe reibungslos funktioniert. Der Direktorenposten wird nach meinem Ausscheiden offiziell ausgeschrieben, dann kann er sich auch formell dafür bewerben.

GP: Wenn Sie auf Ihre Zeit an der Mittelschule zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz?
DR: Besonders stolz bin ich auf die Berufsinformationsmesse, die wir etabliert haben. Sie findet alle zwei Jahre für die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen statt. Vertreter:innen weiterführender Schulen sowie Ausbildungsbetriebe präsentieren dort ihre Angebote. Das Interesse ist jedes Mal enorm. Dass wir diese wichtige Orientierung direkt in der Schule anbieten können, ist ein großer Gewinn für die Jugendlichen. Ebenso stolz bin ich auch auf den Ausbau unseres Sprachenangebotes: Wir bieten Spanisch, Italienisch, Französisch als zusätzliche Fremdsprachen an, was vor allem im Hinblick auf weiterführende Schulen von Vorteil sein kann.

GP: Die Mittelschule Traiskirchen hat sich in den vergangenen Jahren auch als Sportmittelschule einen hervorragenden Ruf erarbeitet.
DR: Das stimmt. Seit 2004 sind wir Sportmittelschule und führen in jedem Jahrgang zumindest eine Sportklasse. Aufgrund der großen Nachfrage konnten wir im Schuljahr 2025/26 erstmals sogar zwei Sportklassen aufnehmen. Das zeigt, dass unsere Schule weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt.

GP: Welche sportlichen Schwerpunkte setzt die Schule?
DR: Basketball spielt in Zusammenarbeit mit den druck.at Traiskirchen Lions eine große Rolle. Dank unseres eigenen Hallenbades ist auch Schwimmen ein wichtiger Schwerpunkt. Unsere Erfolge können sich sehen lassen: Heuer wurden unsere Basketballer Vizelandesmeister. Darüber hinaus bieten wir Klettern, Mountainbiken und Orientierungslauf an. Auch in diesen Bereichen konnten unsere Schüler:innen zahlreiche Erfolge erzielen.

GP: Die Schule setzt aber nicht nur auf Sport, sondern auch auf soziale Unterstützung.
DR: Absolut. Seit 2022 gibt es an unserer Schule Schulsozialarbeit durch „Elements“, die Jugendinitiative Triestingtal. Die Mitarbeiter:innen stehen den Kindern bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung. Zusätzlich unterstützt Astrid Lechner vom Jugendzentrum Komet zweimal pro Woche unsere Schülerinnen und Schüler. Gemeinsam setzen wir Projekte zur Bewusstseinsbildung um. Aktuell beschäftigen wir uns mit dem Thema Mobbing, im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt auf Gewaltprävention.

GP: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Traiskirchen für die Entwicklung der Schule?
DR: Eine entscheidende. Ich möchte mich ausdrücklich bei der Stadtgemeinde Traiskirchen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedanken. Die hervorragende Infrastruktur – vom Hallenbad bis zu den Sportanlagen – und das Verständnis für pädagogische und organisatorische Maßnahmen haben vieles ermöglicht.

GP: Die Schule wurde während Ihrer Amtszeit mehrfach ausgezeichnet.
DR: Das freut mich besonders. Wir haben vom Bildungsministerium das Schulsport-Gütesiegel in Gold für unsere sportliche Infrastruktur und unser Engagement im Bewegungsbereich erhalten. Außerdem wurde unsere Schule mit dem Gütesiegel für Bildungs- und Berufsorientierung ausgezeichnet.

GP: Was zeichnet die Sportmittelschule Traiskirchen aus?
DR: Bei uns stehen die Kinder und ihre Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt. Mehr als die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler besucht anschließend weiterführende Schulen. Ganzheitliches Lernen bedeutet für uns nicht nur, Talente zu entdecken und zu fördern, sondern auch Bewusstseins- und Herzensbildung zu vermitteln. Unser Ziel ist es, junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.

GP: Zum Abschluss: Gibt es einen Leitspruch, der Sie durch Ihr Berufsleben begleitet hat?
DR: Ja, ein Zitat frei nach Goethe: „Wer die Augen offenhält, dem wird im Leben manches glücken, doch besser geht es dem, der versteht, manchmal eines zuzudrücken.“

GP: Herr Direktor Reinfrank, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihren neuen Lebensabschnitt.